Verein der Ausländischen PresseForeign Press Associationin Deutschland e. V. · seit 1906in Germany · since 1906

120 Jahre Verein der Ausländischen Presse120 years of the Foreign Press Association

Festakt mit Bundeskanzler Friedrich MerzAnniversary ceremony with Federal Chancellor Friedrich Merz

Montag, 16. November 2026Monday, 16 November 202618.00 Uhr · Einlass ab 17.00 Uhr6 pm · doors open at 5 pm
Haus der BundespressekonferenzHaus der BundespressekonferenzSchiffbauerdamm 40 · 10117 Berlin
#WeBringGermanyToTheWorld
PressemitteilungPress releaseBerlin, 2. November 2026Berlin, 2 November 2026

120 Jahre Blick von außen: Die Auslandspresse feiert mit Bundeskanzler Merz

120 years of an outside view: the foreign press celebrates with Chancellor Merz

Sie waren dabei, als die Mauer fiel. Sie haben der Welt die Wiedervereinigung erklärt. Und sie berichten heute über ein Deutschland, das sich neu sortiert. Seit 1906 bringen ausländische Korrespondentinnen und Korrespondenten Deutschland in die Welt. In diesem Jahr ist ihr Verein 120 Jahre alt geworden, am 16. November wird gefeiert. Bundeskanzler Friedrich Merz hält die Festrede.

Der Verein der Ausländischen Presse in Deutschland (VAP) gehört zu den ältesten Journalistenvereinen des Landes. Heute hat er mehr als 350 Mitglieder aus 63 Ländern. Darunter sind Korrespondenten großer Medienhäuser und viele freie Journalistinnen und Journalisten. Sie alle tun jeden Tag dasselbe: Sie erklären ihrem Publikum zu Hause, was in Deutschland passiert und warum es auch für sie wichtig ist.

Auch schwere Zeiten

Die 120 Jahre waren nicht immer leicht. In beiden Weltkriegen und unter dem Nationalsozialismus konnten ausländische Journalisten oft nicht frei berichten. Nach 1945 ruhte der Verein einige Jahre. 1951 entstanden zwei Vereine, einer in Bonn und einer in Berlin. Ihre Mitglieder berichteten aus beiden Teilen Deutschlands: aus der Bundesrepublik und aus der DDR.

Immer in Berlin zu Hause

Der VAP war immer eng mit Berlin verbunden. Auch als die Bundeshauptstadt in Bonn lag, arbeiteten viele ausländische Journalisten in Berlin, auch im geteilten West-Berlin. Von hier berichteten sie, als die Mauer fiel und Deutschland wieder zusammenwuchs. Heute ist der Verein im Haus der Bundespressekonferenz zu Hause, mitten im Regierungsviertel.

Worum es geht: die Zukunft des Journalismus

Kriege, Desinformation und wirtschaftlicher Druck verändern die Arbeit in den Redaktionen. Gerade jetzt braucht es Journalisten, die genau hinschauen und von außen einordnen. Darum steht beim Festakt eine Frage im Mittelpunkt: Wie sieht die Zukunft des Journalismus aus?

Darüber diskutieren auf dem Podium „Blick von außen. Blick nach vorn. Auslandsjournalismus in Krisenzeiten“:

They were there when the Wall came down. They explained reunification to the world. And today they report on a Germany that is finding its place anew. Since 1906 foreign correspondents have been bringing Germany to the world. This year their association turned 120, and on 16 November it celebrates. Federal Chancellor Friedrich Merz will give the keynote speech.

The Foreign Press Association in Germany (VAP) is one of the oldest associations of journalists in the country. Today it has more than 350 members from 63 countries – correspondents of major media houses and many freelance journalists. Every day they all do the same thing: they explain to their audiences at home what is happening in Germany and why it matters to them too.

Hard times, too

These 120 years were not always easy. During both world wars and under National Socialism, foreign journalists were often unable to report freely. After 1945 the association was dormant for a few years. In 1951 two associations were founded, one in Bonn and one in Berlin. Their members reported from both parts of Germany: from the Federal Republic and from the GDR.

Always at home in Berlin

The VAP has always been closely tied to Berlin. Even when the federal capital was in Bonn, many foreign journalists worked in Berlin, including in divided West Berlin. From here they reported as the Wall fell and Germany grew back together. Today the association is based in the Haus der Bundespressekonferenz, in the heart of the government district.

What it is about: the future of journalism

Wars, disinformation and economic pressure are changing the work of newsrooms. Right now we need journalists who look closely and put things into context from the outside. That is why one question is at the centre of the ceremony: what does the future of journalism look like?

This is the topic of the panel “An outside view. A view ahead. Foreign journalism in times of crisis”, with:

  • Katrin EigendorfInternationale Sonderkorrespondentin des ZDFSpecial international correspondent, ZDF
  • Takashi SakurayamaKyodo News
  • Tonia MastrobuoniLa Repubblica
  • Stefan KorneliusSprecher der BundesregierungSpokesperson of the Federal Government
  • Bojan PancevskiThe Wall Street Journal
  • Moderation:Moderator: Pascal ThibautRadio France Internationale, Vorstand des VAPRadio France Internationale, VAP board

„Wir schauen von außen auf Deutschland. Das ist unsere Stärke. Millionen Menschen in der ganzen Welt verlassen sich darauf, dass wir ehrlich und genau berichten. 120 Jahre zeigen: Dieser Blick wird gebraucht. Heute mehr denn je.“

“We look at Germany from the outside. That is our strength. Millions of people all over the world rely on us to report honestly and accurately. 120 years show that this view is needed – today more than ever.”

Tomasz Lejman, Vorstandsvorsitzender des VAPChairman of the VAP

Genau das sagt auch das Motto, mit dem der VAP seit diesem Jahr auftritt:That is exactly what the VAP’s motto, introduced this year, says: #WeBringGermanyToTheWorld

Die Gäste

The guests

Zum Jubiläum kommen rund 250 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Diplomatie, dazu Kolleginnen und Kollegen aus vielen Ländern sowie unsere Partner.

Around 250 guests from politics, business and diplomacy will attend the anniversary, along with colleagues from many countries and our partners.

Montag, 16. November 2026Monday, 16 November 2026

ProgrammProgramme

  1. EinlassDoors open
  2. FestaktCeremonymit Rede von Bundeskanzler Friedrich Merzwith a speech by Federal Chancellor Friedrich Merz
  3. PodiumsdiskussionPanel discussion„Blick von außen. Blick nach vorn. Auslandsjournalismus in Krisenzeiten““An outside view. A view ahead. Foreign journalism in times of crisis”
  4. Empfang im AtriumReception in the atrium
Haus der Bundespressekonferenz
Schiffbauerdamm 40, 10117 Berlin
Seit 1906Since 1906

120 Jahre Geschichte120 years of history

Der Verein der Ausländischen Presse in Deutschland wurde am 1. Juli 1906 in Berlin gegründet. Seine Mitglieder – im Lauf der Jahrzehnte waren es Tausende – haben die bewegten und bewegenden Ereignisse in Deutschland hautnah miterlebt und beschrieben.

The Foreign Press Association in Germany was founded in Berlin on 1 July 1906. Its members – thousands over the decades – have witnessed and described the turbulent and moving events in Germany at first hand.

Bundeskanzler Konrad Adenauer beim VAP, 1963 · Foto: Renate Patzek / BundesregierungChancellor Konrad Adenauer at the VAP, 1963 · Photo: Renate Patzek / Bundesregierung
Der VAP beim Bundespräsidenten im Schloss Bellevue · Foto: VAP-ArchivThe VAP visiting the Federal President at Bellevue Palace · Photo: VAP archive
Pressegespräch mit Gesine Schwan · Foto: VAP-ArchivPress briefing with Gesine Schwan · Photo: VAP archive
1906–1945

Gründung in Berlin

Founded in Berlin

1906 zeigte der Verein der Ausländischen Presse „Ew. Hochwohlgeboren“ im Auswärtigen Amt in Berlin seine Gründung an. Erster Vorsitzender war der Österreicher Paul Goldmann, Korrespondent der „Neuen Presse“, Wien. Aber erst 19 Jahre später – nachdem die Zahl seiner Mitglieder von anfangs ein paar Dutzend auf über 80 angewachsen war – wurde der VAP als Verein in Berlin-Mitte offiziell eingetragen.

Gegen Ende der zwanziger Jahre gewann der VAP stark an Einfluss. Die Pressebälle, die der Verein jedes Jahr in den Berliner Hotels „Adlon“ und „Esplanade“ veranstaltete, zählten zu den glanzvollsten Ereignissen der Berliner Gesellschaft. Die von Auslandskorrespondent*innen frequentierte Bar im „Adlon“ galt als Top-Informationsbörse.

Reportagen über das nationalsozialistische Deutschland der dreißiger Jahre machten viele ausländische Journalist*innen in ihren Heimatländern berühmt. Zwei ehemalige VAP-Vorsitzende, Edgar Mowrer von der „Chicago Daily News“ und Louis P. Lochner, langjähriger Chefkorrespondent von „Associated Press“, erhielten für ihre herausragenden Reportagen den Pulitzerpreis.

Ab 1933 wurde es für ausländische Korrespondentinnen und Korrespondenten immer schwerer, frei zu berichten. Propagandaminister Joseph Goebbels und Reichspressechef Otto Dietrich setzten den Verein unter Druck. Trotzdem verteidigte der VAP seine Unabhängigkeit bis zur Ausrufung des „totalen Krieges“. Ende 1941 wurden die amerikanischen Kollegen interniert. Der schwedische Vorsitzende Bertil Svahnström trat unter dem Druck des Regimes zurück.

Das Archiv des Vereins hat den Krieg überstanden. Im Herbst 1944 musste der finnische Korrespondent Eero Petäjäniemi von der Zeitung „Helsingin Sanomat“ Berlin verlassen. Er war der letzte Vorsitzende in der Kriegszeit und nahm die Akten mit. Jahrzehntelang lagen sie im schwedischen Reichsarchiv in Stockholm und galten als verschollen. Die Historikerin Sonja Hillerich hat sie wiederentdeckt. Heute ist das Archiv wieder beim VAP in Berlin.

In 1906 the Foreign Press Association informed the Foreign Office in Berlin of its foundation. Its first chairman was the Austrian Paul Goldmann, correspondent of the Vienna “Neue Presse”. But it was only 19 years later – after membership had grown from a few dozen to more than 80 – that the VAP was officially registered as an association in Berlin-Mitte.

Towards the end of the 1920s the VAP gained considerable influence. The press balls it held every year at the Berlin hotels “Adlon” and “Esplanade” were among the most glamorous events of Berlin society. The bar at the “Adlon”, frequented by foreign correspondents, was considered the city’s best place to exchange information.

Reports on Nazi Germany in the 1930s made many foreign journalists famous in their home countries. Two former VAP chairmen, Edgar Mowrer of the “Chicago Daily News” and Louis P. Lochner, long-time chief correspondent of the “Associated Press”, received the Pulitzer Prize for their outstanding reporting.

After 1933 it became ever harder for foreign correspondents to report freely. Propaganda minister Joseph Goebbels and Reich press chief Otto Dietrich put the association under pressure. Even so, the VAP defended its independence until the proclamation of “total war”. At the end of 1941 the American colleagues were interned. The Swedish chairman Bertil Svahnström stepped down under pressure from the regime.

The association’s archive survived the war. In autumn 1944 the Finnish correspondent Eero Petäjäniemi of “Helsingin Sanomat” had to leave Berlin. He was the last chairman of the war years and took the files with him. For decades they lay in the Swedish National Archives in Stockholm and were thought lost. The historian Sonja Hillerich rediscovered them. Today the archive is back with the VAP in Berlin.

1951–1999

Zwei Vereine: Bonn und Berlin

Two associations: Bonn and Berlin

Nur in einer kurzen Pause – zwischen 1945 und 1951 – ruhte der Verein. Sechs Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gründeten sich 1951 in Bonn und Berlin zwei voneinander unabhängige VAP, die sich über viele Jahre freundschaftlich verbunden blieben, mit der Zeit aber auch in Konkurrenz zueinander traten. Wegen der besonderen völkerrechtlichen Lage im geteilten Deutschland mussten beide Vereine getrennt geführt werden.

Beide standen in der Tradition des VAP von 1906 und behielten den Gründungsnamen bei. Im VAP Berlin konnten nicht nur jene Kolleg*innen Mitglied werden, die ihre Büros in West-Berlin hatten, sondern auch diejenigen – überwiegend osteuropäische Kolleg*innen –, die aus der „Hauptstadt der DDR“ berichteten. Der VAP Bonn versammelte die Auslandskorrespondent*innen, die in der „provisorischen Hauptstadt“ am Rhein bei der Bundesregierung akkreditiert waren.

The association was dormant only for a short break between 1945 and 1951. Six years after the Second World War, two independent VAPs were founded in Bonn and Berlin in 1951. They remained on friendly terms for many years but over time also became rivals. Because of the special situation under international law in divided Germany, the two associations had to be run separately.

Both continued the tradition of the VAP of 1906 and kept its original name. The Berlin VAP was open not only to colleagues with offices in West Berlin but also to those – mostly from Eastern Europe – who reported from the “capital of the GDR”. The Bonn VAP brought together the foreign correspondents accredited to the federal government in the “provisional capital” on the Rhine.

VAP-Gespräch mit Bundeskanzler Konrad Adenauer, Bonn 1963VAP briefing with Chancellor Konrad Adenauer, Bonn 1963 · FotoPhoto: Renate Patzek / Bundesregierung
seit 1999since 1999

Ein Verein für ganz Deutschland

One association for all of Germany

1999 zog die Bundesregierung von Bonn nach Berlin – und die Auslandspresse ging mit. Die beiden Vereine aus Bonn und Berlin schlossen sich zum neuen, alten Verein der Ausländischen Presse in Deutschland zusammen. Sein Zuhause ist seitdem das Haus der Bundespressekonferenz am Schiffbauerdamm, mitten im Regierungsviertel. Im selben Haus sitzt die Bundespressekonferenz e. V., der Verein der deutschen Hauptstadtjournalistinnen und -journalisten. Ausländische und deutsche Presse arbeiten hier unter einem Dach.

Von hier aus organisiert der VAP Pressegespräche und Hintergrundgespräche mit Vertreterinnen und Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Dazu kommen zahlreiche Expertinnen und Experten, die aktuelle Entwicklungen einordnen und ihre Analysen erklären. Dabei arbeitet der Verein eng mit Partnern aus verschiedenen deutschen Instituten zusammen.

In der Corona-Pandemie fand der VAP im Frühjahr 2020 schnell ein Online-Format. Es ist geblieben: Online-Gespräche bringen bis heute Gäste aus aller Welt zu uns. Präsenzveranstaltungen haben aber Vorrang – die persönliche Begegnung bleibt für die journalistische Arbeit unersetzlich.

Auch der Service für die Mitglieder ist gewachsen. Die Medienwelt hat sich verändert: Viele Korrespondentinnen und Korrespondenten berichten heute für mehrere Länder und Redaktionen zugleich. Der VAP will ihnen die Arbeit in Deutschland leichter machen und unterstützt seine Kolleginnen und Kollegen, wo er kann.

Heute zählt der VAP mehr als 350 Mitglieder aus 63 Ländern, die meisten berichten aus Berlin. Sie prägen das Bild mit, das sich die Welt von Deutschland macht. 2026 feiert der Verein sein 120-jähriges Bestehen.

In 1999 the federal government moved from Bonn to Berlin – and the foreign press moved with it. The two associations from Bonn and Berlin merged to form the new – and old – Foreign Press Association in Germany. Since then its home has been the Haus der Bundespressekonferenz on Schiffbauerdamm, in the heart of the government district. It shares the building with the Bundespressekonferenz e. V., the association of German journalists covering the capital. Foreign and German press work here under one roof.

From here the VAP organises press briefings and background talks with representatives of politics, business and culture. They are joined by numerous experts who put current developments into context and explain their analyses. The association works closely with partners from a range of German institutes.

During the coronavirus pandemic in spring 2020, the VAP quickly found an online format. It has stayed: online briefings still bring guests from all over the world to us. In-person events take priority, however – meeting face to face remains indispensable for journalistic work.

The service for members has grown, too. The media world has changed: many correspondents now report for several countries and newsrooms at the same time. The VAP wants to make their work in Germany easier and supports its colleagues wherever it can.

Today the VAP has more than 350 members from 63 countries, most of whom report from Berlin. They help shape the image the world has of Germany. In 2026 the association celebrates its 120th anniversary.

Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem VAP-Empfang 2006Chancellor Angela Merkel at the VAP reception in 2006 · Foto: VAP-ArchivPhoto: VAP archive
Pressegespräch mit Außenminister Johann WadephulPress briefing with Foreign Minister Johann Wadephul · FotoPhoto: Florian Gaertner
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